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Gemeinde Gäufelden

Hartnagel

Dieses von Lutz Ackermann 2015 geschaffene Kunstwerk greift den Namen der Hartnagel Handels GmbH (Großhandelsunternehmen für mobile Raumsysteme) auf: ein harter Metallnagel durchstößt eine steinerne Säule. Diese stammt vom Abriss des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Das 1977 gegründete Unternehmen hatte seine Lagerhalle zunächst in der Lange Straße, dann auf dem Nebringer Bahnhofsgelände. In die Raiffeisenstraße wechselte es 1994, wo 1997 und 2005 weitere Lager und Büros ergänzt wurden.

Feuerwehrspritzen

Das von Lutz Ackermann 2003 errichtete Kunstwerk symbolisiert den Zusammenschluss der drei Gäufeldener Feuerwehren aus Nebringen, Öschelbronn und Tailfingen. Damals feierte die Gesamtwehr ihr 30-jähriges Jubiläum. Mit dem 2001 eingeweihten Feuerwehrhaus mit Leitzentrale, Halle für sieben Fahrzeuge und Werkstatt (gemeinsam genutzt mit dem benachbarten Bauhof) erhöhte sich die Schlagkraft der Wehr beim Einsatz bei Bränden, Unfällen und Umweltschäden.

Nachdem sich 1971 die Ortschaften Nebringen, Öschelbronn und Tailfingen zu Gäufelden zusammenschlossen, erfolgte 1973 die Zusammenführung der drei Ortsfeuerwehren. Sie wurden zu selbständigen Abteilungen mit eigenen Kommandanten innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Gäufelden. Erst 1996 fand unter Vorbehalten mancher Mitglieder die Umstrukturierung von den einzelnen Abteilungen zu einer gemeinsamen Feuerwehr unter der Leitung eines Kommandanten und zwei Stellvertretern statt.

Die räumliche Trennung von Fahrzeug- und Materialbestand wurde aber erst 2001 mit der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses beendet. Von der zentralen Lage aus konnte jeder Teilort schnell erreicht werden. Außerdem erhöhte sich dadurch die Schlagkraft der Feuerwehr nicht nur bei der Brandbekämpfung, sondern auch bei Unfällen und Umwelteinsätzen.

Skulptur von Lutz Ackermann

Lutz Ackermann erstellte die Metallskulptur im Jahr 2018. Der Bogen aus Stahl hält die drei Stufen zusammen, die für Kunst, Praxis und Theorie stehen. Das Tor symbolisiert den Übergang von der Schule ins Berufsleben. Die Schule wurde als Grund- und Hauptschule gebaut und 1978 eingeweiht. Später erfolgte die Weiterentwicklung zur Werkrealschule mit dem möglichen Erwerb der Mittleren Reife. Die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule wurde 2014 genehmigt. Ein grundlegender Umbau des Gebäudes erfolgte 2018.

Kreuze

Zur Einweihung der neuen katholischen Kirche mit Gemeindezentrum haben 1994 Jugendliche im Rahmen der Firm-Vorbereitung gemeinsam mit dem Künstler Lutz Ackermann mehrere Kreuze individuell gestaltet. Sie stehen wie auf einem kleinen Golgota-Hügel und symbolisieren die Kreuze, die wir in unserem Leben zu tragen haben. Die Auferstehungskirche direkt dahinter spricht dabei von der christlichen Auferstehungshoffnung: Unserem gebrechlichen menschlichen Leben ist Erlösung bei Gott zugesagt.

In den Teilorten der heutigen Pfarrei Jettingen-Nebringen-Bondorf  lebten 1939 nur knapp 50 Katholiken. Das änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich viele aus ihrer Heimat Vertriebene im Gäu niederließen. Sie benötigten Räume für ihre Gottesdienste und Zusammenkünfte. Hier in Nebringen stellte die Evangelische Kirchengemeinde am Sonntagnachmittag die Stephanskirche zur Verfügung.

Nach dem Bau der neuen Grund- und Hauptschule in der heutigen Breitestraße 1957/58 fanden die Gottesdienste im 1900 errichteten Anbau der alten Schule in der Friedhofstraße statt. Die Diözese kaufte es 1959. Im Jahr 1965 wurde eine neue Kirche „Zum heiligen Blut“ in der Öschelbronner Straße 33 erstellt und 1994 abgerissen. Die heutige moderne Kirche „Auferstehung Christi“ wurde 1994 geweiht. Zu diesem Anlass schufen die Firmlinge unter der Anleitung von Lutz Ackermann die Kreuze. Sie standen damals mehr östlich beim Grünbestand und wurden erst später hierher auf den kleinen Hügel versetzt. Hier kommen sie wesentlich besser zur Geltung und sind neben der eindrucksvollen Kirche ein weiterer Blickfang.

Kruzifix

Auf einem Sandsteinsockel steht es herausragend auf der Wegekreuzung im Zentrum des alten Friedhofs. Die Gräber bleiben bis zum Ablauf der Liegezeit bestehen und werden dann abgeräumt. Er war der dritte Friedhof in Nebringen, eröffnet 1879. Ein früherer Friedhof befand sich im eingefriedeten Bereich um die Stephanskirche. Er wurde 1782 durch einen Bestattungsplatz auf der heutigen Gartenfläche hinter dem Stephansheim ersetzt. Der heutige Friedhof außerhalb des Ortes an der Herrenberger Straße wurde 1979 eingeweiht.

 

Die Jahreszahl 1879 (alter Friedhof in der Friedhofstraße) stammt aus einem Antwortbrief der Kirchengemeinde Nebringen an die bürgerliche Gemeinde, die nach dem Alter des Friedhofs fragte. Das Jahr 1782 (alter Friedhof beim heutigen Pflegeheim) steht im Heft zu 500 Jahren Erneuerung der Nebringer Stephanskirche.

In der später verfügbaren Pfarrbeschreibung von Pfarrer Häussermann aus dem Jahr 1912 steht aber zu den Friedhöfen folgender Text:

„Ursprünglich bildete die Umgebung der Kirche den Friedhof. Der Platz reichte aber, nachdem die Kirche im Jahr 1748 um ein Beträchtliches erweitert worden war, für die kleine Gemeinde, die damals kaum 300 Seelen zählen mochte, doch bald nicht mehr aus. So wurde im Jahr 1783 ein neuer Kirchhof, etwa 100 Schritte östlich von der Kirche, etwas abseits von der Straße, angelegt. Derselbe stand bis 1867 in Benutzung u. ist infolge der Mesnereiausscheidung in das Eigentum der Kirchengemeinde übergegangen. Am 15. Juni 1867 wurde der gegenwärtige Friedhof, südlich vom Dorf auf einer kleinen Anhöhe schön und frei gelegen, in Gebrauch genommen. Derselbe ist mit seinen 24 a Flächeninhalt ziemlich groß. Er steht im Eigentum der Gemeinde, der auch die Unterhaltung obliegt, und befindet sich in geordnetem Stand. Im Mittelpunkt erhebt sich ein mehrere Meter hohes Kreuz aus Eisen.“

Dazu passt ein von Brigitte Köhler dem Archiv 2019 übergebenes Buch, das 1867 begonnen wurde und die Käufer von Grabstellen im damals neuen Friedhof auflistet.

Anmerkung zur Mesnereiausscheidung: Der Begriff bezieht sich auf Beschlüsse von bürgerlicher Gemeinde und der Kirchengemeinde aus den Jahren 1903 und 1904. Dort wird festgelegt, dass die Bezahlung  der vom Schullehrer und seinem Gehilfen ausgeführten Mesnerdienste nicht mehr von der bürgerlichen Gemeinde erfolgt, sondern dass die Kirchengemeinde diese Aufgaben selbst übernimmt und finanziert. Dazu erhält die Kirchengemeinde von der bürgerlichen Gemeinde einen bestimmten Geldbetrag und den nicht mehr genutzten Friedhof von 1783. Die Kirchengemeinde hat deshalb 1903 den seitherigen Mesnergehilfen als Mesner eingestellt.

Gräber der Luftkriegsopfer

Hier liegen die Opfer von Tieffliegerangriffen der alliierten Luftwaffe auf die Eisenbahnlinie in Nebringen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein Angriff erfolgte am 30.01.1945 gegen einen zivilen Zug. Dabei wurde auch der Nebringer Julius Wagner getötet. Ein weiterer Angriff erfolgte am 22.02.1945 gegen einen Militärzug. Die gefallenen Soldaten wurden hier begraben. Die beiden Gräber ohne Grabplatten wurden später auf Wunsch der Angehörigen in ihre Heimat umgebettet.

Augenzeugenbericht eines Tieffliegerangriffs auf einen Zug im Nebringer Bahnhof von Gerhard Wanner:

Kindheitserlebnis

Mein Vater stammte aus Tailfingen. Er hat von 1929-1932 bei Hagenlocher in Gültstein Mechaniker gelernt. Da es für ihn damals in Tailfingen und Umgebung keine Arbeit gab, zog er letztendlich nach Stuttgart. Dort fand er eine seinem Beruf entsprechende Stelle bei Bosch.

In Feuerbach lernte er meine Mutter kennen und die beiden heirateten. 1940 war ich da.

In den folgenden Jahren besuchten wir (hauptsächlich meine Mutter mit mir) die Großmutter (Ahne) in Tailfingen mit der Eisenbahn. Die Fahrt ging von Feuerbach mit dem Dampfzug nach Nebringen. Diese Zugfahrten haben mir immer sehr gefallen. So auch eine Reise im Sommer 1944. Auf dem Bahnsteig in Nebringen stand ein Schaffner mit roter Mütze und Trillerpfeife. Er hat auch eine Glocke betätigt.

Nach Ankunft ging es die drei Kilometer lange Straße zu Fuß nach Tailfingen in die Brunnengasse zur Ahne. Wir waren kaum ein paar 100 Meter gegangen, da sind plötzlich zwei (feindliche) Flugzeuge am Himmel aufgetaucht. Deren Interesse galt offensichtlich einem auf dem Nebringer Bahnhof stehenden Güterzug. Auf einem Güterwagen stand ein mit einer Plane abgedecktes Objekt. Erst viel später wurde mir klar, dass es sich aufgrund der Form um ein Geschütz gehandelt haben muss. Die Flugzeuge haben den Zug beschossen. Die Flugbahn der Geschosse bildeten feurige Streifen. Das hat mich sehr beeindruckt. Die Flieger drehten einige Runden. Dabei haben sie auch uns entdeckt und beschossen, aber nicht getroffen. Vielleicht weil ein mit uns gehender Soldat uns und sich in den Graben, welcher links neben der Straße war, geduckt hat. Allerdings hat er auch die Handtasche meiner Mutter in hohem Bogen den Rain auf der anderen Seite der Straße hinunter geworfen. Die Tasche hatte einen schönen chromglänzenden Bügel, welcher wohl der Grund für den Wurf war. Er spiegelte das Sonnenlicht. Nachdem die Luft rein war, hat der Soldat die Tasche wieder geholt und wir haben unsere Reise fortgesetzt.

Für mich war der weitere Spaziergang unerfreulich, denn ich hätte gerne die vom Himmel gefallenen Spangen der Munitionsgurte und die leeren Patronenhülsen eingesammelt. Das verbot mir meine Mutter in strengem Ton und hat die Reise zur Ahne beschleunigt fortgesetzt. Wegen der entgangenen Trophäen war ich mit meiner Mutter lange beleidigt. Besonders auch deshalb, weil die Tailfinger Dorfjugend sich schon längst solche Gurte über die Brust gehängt hat und ich hatte als Jüngster nichts. Die Ahne hat sich über mein Kommen sehr gefreut.

Gerhard Wanner, 17.7.2019

Wasserspiel am Backhaus

Schon in früheren Zeiten stand ein gusseiserner Pumpbrunnen neben dem Backhaus am Weg in den Brunnengarten. Das Wasserspiel wurde im Rahmen der Neugestaltung der Ortsmitte 2012 bis 2013 angelegt. An der Stelle leerstehender Bauernhäuser mit kaum noch genutzten landwirtschaftlichen Nebengebäuden entstanden im Rahmen der Innenentwicklung des Ortes moderne Wohngebäude sowie ein Wohn- und Geschäftshaus mit Apotheke und Arztpraxis.

Backhaus

Das Backhaus war früher fester Bestandteil des Dorflebens. An jedem Werktag wurde es genutzt, um Brot, Zwiebel- und Obstkuchen zu backen. Auch konnte man hier Zwetschgen, Birnen und Äpfel als Wintervorrat dörren. Bei der Backhausverwalterin musste man zuvor angeben, welchen Ofen man zu welcher Zeit benutzen wollte. Dafür war eine Gebühr fällig. Besonders in den Wochen vor Weihnachten herrschte großer Andrang. In dieser Zeit wurde die Nutzung der drei Öfen und die Backzeit unter den Backfrauen verlost.

Die Backhausverwalterin Hildegard Fauß kümmerte sich 40 Jahre lang von 1969 bis 2009 sehr gewissenhaft um das Backhaus. Das Backhaus war wie eine zweite Heimat für sie. Auf der Terrasse ihres Hauses lagen für jeden Wochentag Holztäfelchen mit den Backzeiten (3 Stunden). Dort konnte man sich für die gewünschte Backzeit eintragen. In ihrer Anfangszeit waren 50 bis 70 Buchungen pro Monat normal, am Ende nur noch 4 bis 5. Sie kassierte auch die dafür fällige Geldsumme und lieferte sie bei der Gemeinde ab. Zuständig war sie auch für das Öffnen und Schließen sowie die Sauberkeit des Backhauses.

In der Hand hält sie einen Einschießer, mit dem die rohen Brotlaibe in den Ofen gebracht und die fertig gebackenen Brote wieder herausgeholt wurden.

Bauherrentafel

Sie erinnert an die Verantwortlichen des Erweiterungsbaus 1748. Die seinerzeit zu klein gewordene Kirche mit baufälligen Seitenmauern wurde um vier Meter verlängert und um zwei Meter verbreitert. Die Einweihung des Erweiterungsbaus fand am 3. November 1748 unter Pfarrer Georg Veit Sattler statt. Bereits 1314 wird eine neue Kapelle erwähnt. Erweiterungsarbeiten erfolgten 1492. Der Turmdachstuhl wurde 1797 nach einem Brand durch Blitzschlag neu gebaut, das heutige neoromanische Kirchenschiff 1884/85.

Vor dem Bau des neuen Kirchenschiffes 1884/85 wurden im Jahr 1878 Pläne der dafür abzureißenden Vorgängerkirche gezeichnet, die weitgehend dem Kirchenbau von 1748 entsprach. Aus den von Pfarrer Hofius vom Evangelischen Pfarramt Nebringen zur Verfügung gestellten Plänen ergibt sich für diese Kirche: 

  • Die Mauern des Schiffes verliefen nicht parallel, sondern schräg zu denen des Turms. Der Grund dafür ist unbekannt.
  • Im Chor waren Bänke aufgestellt. Dort saßen die ledigen jungen Männer und die Schulknaben. Entsprechend der damaligen Hierarchie hatten die Männer auf der Empore zu sitzen, die Frauen und Mädchen unten im Schiff.
  • Der Altar stand vor dem Chor im Kirchenschiff.
  • Im Chor war eine Decke eingezogen, auf der die Orgel stand. Decke und Orgel wurden erst Anfang des 19. Jahrhunderts dort eingebaut. Die Orgel befand sich ursprünglich auf der Empore gegenüber dem Turm. Sie wurde in den Chor versetzt, um auf der Empore mehr Platz für die Männer zu gewinnen.
  • Die Empore konnte durch eine überdachte Treppe auch von außen erreicht werden.
  • Der Dachboden mit sieben Dachgauben war im Vergleich zum Kirchenschiff relativ groß. Hier wurden wohl die überwiegend aus Naturalien bestehenden Einkünfte der Kirche, „des Heiligen“, gelagert. Von der Empore führte eine Treppe hinauf.

Orientierungspunkt

Das von Lutz Ackermann geschaffene Kunstwerk soll als auffallender Orientierungs- und Treffpunkt im Ort dienen. Es steht seit 1987 vor dem Gebäude, in dem 1986 bis 2017 die Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg eine Filiale hatte. Das Gebäude mit mehreren Wohnungen und Dienstleistungsbetrieben im Erdgeschoss steht an der Stelle des großen Bauerngehöfts von Gottlieb und Christiane (“Nanele“) Lohrer sowie den Häusern Erbele und Eckert an der Sindlinger Straße, die alle abgerissen wurden.

Gasthof Hirsch

Das Schild hängt seit der Außenrenovierung um 1990 am Gebäude. Bereits 1949 erfolgte die Erweiterung des Gasthofs durch den Umbau von Wohnzimmer, Stall und Scheune zum großen Saal mit Bühne, in dem seither viele Familien- und Vereinsfeiern stattfanden. Eine 1969 gebaute Kegelbahn ist bereits wieder abgerissen. Die Zahl 1778 auf den Grundmauern belegt die früheste Altersangabe des Gebäudes. In diesem Jahr heiratete der Bäcker, Wirt und Schultheiß Johann Martin Egeler seine Frau Maria Katharina Wagner aus Mötzingen. Auch seine Vorfahren waren schon Wirte.

Zehntscheuer

Die 1767 gebaute Zehntscheuer nahm den zehnten Teil der Ernte an, den die Bauern dem Besitzer ihrer Äcker abliefern mussten. Grund und Boden gehörten nicht den Bauern selbst, sondern dem Grundherrn. Am Wappen oben am Tor ist ersichtlich, dass dies das Herzogtum Württemberg war. Ab 1849 konnten die Bauern mit Bezahlen einer Summe, die ein Mehrfaches des Zehnten betrug, Grund und Boden erwerben. Johann Egeler übernahm die Zehntscheuer und baute dann rechtwinklig dazu ein Wohnhaus an.

Freundlicherweise hat der Besitzer Gerhard Gauß die Erlaubnis gegeben, Fotos vom Inneren der Zehntscheuer im heutigen Zustand zu machen. Sie zeigen:

  •  die massive Dachkonstruktion
  •  verschiedene Stockwerke zur Lagerung von z.B. Getreide
  •  Schacht, in dem die Produkte über eine Seilrolle nach oben gezogen wurden
  •  Gewölbekeller zur Lagerung von z.B. Kartoffeln, Rüben oder Obst
  •  Aufhänge-Vorrichtung zum Anbringen einer Balkenwaage, mit der die angelieferten Produkte gewogen wurden. 

Bestand: Lothar Egeler

Die Inschrift    18   J M E    M E  51   im Türsturz des Wohnhauses neben der Zehntscheuer     bedeutet, dass Johann Martin Egeler (Bauer und Gemeinderat, 1822 – 1895) und seine Ehefrau Martha Egeler (geb. Egeler, 1827 – 1889) dieses Haus im Jahr 1851 gebaut haben.

Wegweiser

Das imposante, von Lutz Ackermann 2001 errichtete Kunstwerk zeigt auf sein am Ende der Straße sichtbares „Kunst-Kraft-Werk“. Das Gelände um das von ihm 1972 gekaufte ehemalige Bahnwärterhaus hat er seit 1986 zu diesem Skulpturenpark mit mehreren Gebäuden und vielen eindrucksvollen Kunstwerken ausgebaut. Dabei wird deutlich, wie er meist rostigs Eisen nutzt, um seine schöpferischen Fähigkeiten umzusetzen. 2009 setzte er neben das Wegzeichen ein Turbinengehäuse, das noch in ein Kunstwerk umgewandelt werden soll.

Bis zum Bau der Umgehungsstraße 1959 war die Herrenberger Straße die Verbindung nach Herrenberg mit einem Abzweig nach Gültstein wie heute beim „Ackermann-Kreisel“. Ab dem Bau der Gäubahn (Einweihung 1879) überquerte sie die Bahnlinie mit einem beschrankten Bahnübergang. Dort wurde ein zugehöriges Bahnwärterhaus (Posten 47) errichtet. Der Bahnwärter musste vor jedem durchfahrenden Zug die Schranken per Hand über eine Drehkurbel schließen und dann wieder öffnen. Dabei ertönte gleichzeitig ein Glockenton. Lutz Ackermann hat das funktionslose Bahnwärterhaus 1972 gekauft und darum herum seinen Skulpturengarten aufgebaut.
Das Foto stammt aus dem Bildband „Gäufelden. Nebringen, Öschelbronn und Tailfingen“, bearbeitet von der Film- und Fotogruppe Gäufelden 1983.

Ehrenmal für die Gefallenen

Das Ehrenmal für die gefallenen Nebringer der beiden Weltkriege stand seit 1962 vor der Stephanskirche im Ortszentrum. Es zeigt den Erzengel Michael, der den Teufel in Form eines Drachens besiegt. Eingeweiht wurde es in einem feierlichen Festakt mit Kranzniederlegung, Festreden und Beiträgen des Gesangvereins „Frohsinn Nebringen". Seit 1994 steht es hier auf dem 1979 eingeweihten neuen Friedhof gegenüber der Aussegnungshalle. Der Vorplatz der Stephanskirche wurde dann von 1998 bis 2000 neu gestaltet.

Die Bilder von Karl Mäder zeigen das Aufstellen und die Einweihungsfeier des Ehrenmals für die Gefallenen beider Weltkriege vor der Stephanskirche im Jahr 1962. Der Vorplatz der Kirche wurde vorher wegen drohender Einsturzgefahr der  Mauern im Jahr 1961 neu gestaltet.

Gusseiserner Pumpbrunnen

Er ist der letzte erhaltene Pumpbrunnen in Nebringen. Er erinnert daran, dass man in früheren Zeiten Wasser aus Brunnen gewann. Man hatte kein fließendes Wasser in den Häusern, sondern holte es aus den Brunnen. Um 1900 standen folgende Brunnen in Nebringen: Am Backhaus (1), in der Sindlinger Straße gegenüber der Einmündung der Langen Straße (2), vor dem Garten der Jakobstr. 22 (3), vor dem Haus Sindlinger Str. 44 (4), vor dem Gasthaus Hirsch in der Herrenberger Str. (5), vor der Öschelbronner Str.18 (6) und vor der Altinger Str. 16 (7).

Der Pumpbrunnen wurde 1896 gemeinsam von Johannes Böckle und Johannes Kienzlin auf dem Grundstück des Johannes Böckle neben der dortigen Scheune errichtet. Die Baukosten wurden gleichmäßig geteilt. Johannes Kienzlin wurde vertraglich zugesichert, dass er und seine Nachkommen jederzeit ungehinderten Zugang zum Brunnen haben. Er steht zwar vor dem Gebäude Nummer 16, gehört aber zu Nummer 18.

Alle früheren Brunnen in den drei Ortsteilen Gäufeldens bezogen ihr Wasser aus dem Gestein des Lettenkeupers. Die Bedeutung des Gesteinsuntergrundes nicht nur bezüglich der Wasserversorgung für die Bewohner des Gäus wird beim Kleindenkmal Quellfassung an der Jettinger Straße (nicht im Pfad) in Öschelbronn ausführlich erläutert.

Kunstwerk von Hellmut Ehrath

Der 1938 in Oberndorf am Neckar geborene Hellmut Ehrath lebte seit 1979 in Herrenberg. Als herausragender Zeichner und Bildhauer war er prägend für die hiesige Kunstszene. Anregungen für seine Arbeiten gewann er unter anderem aus vielen Reisen nach Asien und Afrika. Er entwickelte eine eigene, für ihn typische Formensprache, die vielfach geprägt ist von kalligraphischer Linienführung wie in diesem Werk. Besonders bekannt sind seine Großskulpturen im öffentlichen Raum. Er verstarb im Jahr 2008 überraschend.

Im Lageplan zum Baugesuch des Hauses von 1952 hieß die Altinger Straße noch Altinger Weg, davor  Vicinalweg Nr. 7/1 (Bild 1). Vicinalweg oder -straße war die Bezeichnung für durchnummerierte Nebenstraßen. Die ebenfalls durchnummerierten Haupstraßen, in der Regel Durchgangsstraßen, wurden als Ortsweg bezeichnet. Die Vicinalstraße 7/1 ging früher außerhalb des Ortes in einen Feldweg über, der sich aufspaltete. Von dort aus führte bis Anfang der 1930er Jahre ein Fußweg nach Tailfingen (Die heutige Straße nach Tailfingen wurde damals erst gebaut).

Der Durchgangsverkehr von Herrenberg verlief vor dem Bau der Umgehungsstraße über einen Bahnübergang beim heutigen Ackermann-Areal, durch die heutige Herrenberger Straße, Öschelbronner Straße und Eisenbahnstraße. Nach der dortigen Eisenbahnbrücke führte die Straße nach einer scharfen Rechtskurve nach Bondorf. Als die Gäubahn 1879 gebaut wurde, musste eine Brücke über den Vicinalweg errichtet werden (Bild 2). In den schneereichen Wintern der 1950er bis 70er Jahre zog die Dorfjugend unter dieser Brücke hindurch ins Heckental, um dort Ski oder Schlitten zu fahren. Nach dem Bau der Umgehungsstraße 1959 führte der Anschluss nach Nebringen mit dem ganzen Verkehr durch diese alte schmale Brücke von 1879 über den Altinger Weg in den Ort hinein. Ein weiterer Anschluss beim heutigen Wertstoffhof wurde später stillgelegt. Durch den zunehmenden Verkehr bildete die Brücke immer mehr ein Nadelöhr, besonders für Busse und Lastwagen. Schließlich musste eine Ampel für einen abwechselnden Einbahnverkehr sorgen, was dann immer wieder zu Staus führte (Bild 3). Auch dieser Zustand war auf Dauer nicht befriedigend. Deshalb wurde die Brücke abgerissen, für 3,5 Millionen Euro eine neue errichtet und 2010 übergeben.

Erst 1988 wurde die Kirchengemeinde Nebringen selbständig. Vorher war sie ein Filial (Tochtergemeinde) der Kirchengemeinde Tailfingen. Der dort im Pfarrhaus wohnende Pfarrer musste sich also immer wieder nach Nebringen begeben. Deshalb wird in den Pfarrbeschreibungen öfters über den Zustand des Fußweges dorthin berichtet. Folgender Text ist eine verkürzte Darstellung aus dem Jahr 1912:

Der Filialort Nebringen ist bei Benutzung des Fußwegs in einer halben Stunde zu erreichen, die Entfernung auf der Fahrstraße beträgt 4,1 km. Der Fußweg führt zuerst etwa 10 Minuten lang durch ein Wiesental, sodann quer über die Felder, den sogenannten Schillinger, u. zuletzt wieder eine kleine Strecke lang über Wiesen, um beim Bahndurchlass unmittelbar unterhalb Nebringen mit den verschiedenen dort zusammentreffenden Feldwegen sich zu vereinigen.
Der Fußweg ist, soweit er über die Felder führt, bei regnerischer Witterung kaum zu benutzen u. kann, besonders zur Sommerszeit, bei anhaltendem Regenwetter äußerst beschwerlich, ja grundlos werden, während man im Winter, wo das Gehen über die Wiesen gestattet ist, rechts und links vom sogen. Schillinger immer wieder fortkommen kann. Die Fahrstraße wird wegen des großen Umwegs, der damit verbunden ist (ungefähr das Doppelte des Fußweges), nur im äußersten Notfall benutzt. Man geht hier auf der Verbindungsstraße Tailfingen – Öschelbronn bis zur Kreuzung derselben mit der Landstraße Stuttgart – Horb u. sodann auf dieser vollends bis Nebringen.

http://www.gaeufelden.de//freizeit-kultur/kunst-kultur/kleindenkmalpfad/kleindenkmale-in-nebringen