Gemeinde Gäufelden

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Wenns alloi nemme goht: Gäufelden schmiedet Pläne für seniorengerechte Wohnformen

Gemeinde beteiligt sich an Ideenwettbewerb

„Ins Altenheim zu ziehen kommt für mich nicht in Frage“,  so äußern sich viele Gäufeldener. Aber was tun wenn es daheim nicht mehr geht? Wenn die Treppen zum unüberwindbaren Hindernis werden?  Die Orientierungs- und Konzentrationsfähigkeit nachlässt, Augen und Gehör schwächer werden, die Gelenke bei jedem Schritt schmerzen? Wenn niemand da ist, der für Essen und saubere Wäsche sorgt? Der zuhört und hilft?

Bereits jetzt sind dies drängende Fragen und in Zukunft werden sie für die Gemeinde immer drängender werden. Im Jahr 2030 werden in Gäufelden fast 20 Prozent der Bevölkerung zur Alterskohorte der 65 bis 79 Jährigen gehören, der Anteil Hochbetagter wird sich verdoppelt haben, und zwar von vier auf acht Prozent.

Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Die Gemeinde Gäufelden beteiligt sich deshalb an dem vom Land ausgelobten Ideenwettbewerb „Quartier 2020“, bei dem es um die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Wohnquartieren geht. Besonderes Augenmerk wird dabei auf ältere Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf gelegt, denen mit neuen Wohn- und Pflegekonzepten ermöglicht werden soll, so lange und so selbständig wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Insgesamt wird landesweit ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro ausgeschüttet, maximal 100.000 Euro pro Quartiersprojekt.

Am 20. Juni hat Bürgermeister Johannes Buchter themenvertraute Akteure zu einem ersten Workshop eingeladen, bei dem Ideen und Vorstellungen für eine seniorengerechte Quartiersentwicklung im Sanierungsgebiet Rotengarten/Toräcker in Öschelbronn ausgetauscht wurden. Unter den Teilnehmern waren u.a. Vertreter des Diakonievereins, des Landfrauenvereins, der Kirchen sowie die Seniorenvertreterinnen und die Gemeindeverwaltung. Angedacht ist es, seniorengerechten Wohnraum zu schaffen, der von Älteren angemietet werden kann. Hauswirtschaftliche und pflegedienstliche Leistungen sollen ebenfalls angeboten werden. Die Teilnehmer diskutieren rege: Wie kann ein solches Projekt möglichst viel Bürgerunterstützung erfahren und gestemmt werden? Wie finanziert? Können örtliche Kräfte die Hauswirtschaft übernehmen? Gibt es örtlich genügend Pflegekapazität? Einen breiten Raum nahm die Thematik der Beteiligung der Bürger ein: Wie weckt man Interesse an dem Projekt? Wer sind Multiplikatoren? Hierzu hatten die Teilnehmer vielfältige Anregungen. Sie reichten von der Auslobung eines Schulwettbewerbs zum Thema „Leben im Alter“ bis zur Ausrichtung eines Bürgerfestes, bei dem seniorengerechtes Wohnen im Mittelpunkt steht. Bürgermeister Buchter: „Wir wollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeiten, wie in Öschelbronn die Teilhabe- und Lebensqualität verbessert werden kann und wie wir es schaffen, dass Menschen mit einem Pflegebedarf im Sozialraum verbleiben können“.

Damit auch bedarfsgerecht geplant werden kann hat der Gemeinderat bereits in einem Beschluss vom 16.02.2017 eine Sozialraumanalyse bei der AGP Sozialforschung Freiburg in Auftrag gegeben, bei der Bürgerinnen und Bürger ab 45 Jahre zu ihren Vorstellungen und Wünschen zum Thema „Wohnen und Pflege im Alter“ befragt werden. „Wir werden vielfältige Aktionen und Informationsveranstaltungen machen, um alle einzubinden. Dabei zählen wir auch auf unsere Vereine“,so der Schultes.