Gemeinde Gäufelden (Druckversion)

Bürgerversammlung in Gäufelden: Bürgermeister informiert über Zukunftsfragen

Autor: Mast, Jana
Artikel vom 21.09.2018

Am 11.09. hatten Bürgermeister Buchter und der Gemeinderat zur Bürgerversammlung in die Sporthalle Nebringen eingeladen. Viele Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung, um sich über die beiden großen Themen „Gemeindeentwicklung bis 2030“ und „älter werden in Gäufelden“  zu informieren.

Referent Christoph Weinmann, der vom Kommunalverband Jugend und Soziales im Rahmen des Innovationsprogramms Pflege als Prozessmoderator für das Projekt Älter werden  in Gäufelden eingesetzt wurde, hielt als erster sein Referat. Zunächst erläuterte er den Prozess der Bürgerbeteiligung, dessen Auftakt die Bürgerversammlung darstellte und gab einen Ausblick auf das weitere Vorgehen. Weinmann wird den Bürgerbeteiligungsprozess, der auch aus Workshops und Zukunftswerkstätten besteht, auch zukünftig moderieren.

Corinna Weingärtner, wissenschaftliche Mitarbeiterin der AGP Sozialforschung, gab einen kurzen Überblick über die demographische Entwicklung Gäufeldens und legte anschaulich dar, dass allein bis zum Jahr 2025 ca. 1000 Menschen über 65 Jahre mehr in Gäufelden leben werden als jetzt. Deshalb sei es dringend geboten, sich Gedanken darüber zu machen, wie älter werden in Gäufelden gestaltet werden soll. Weingärtner: “Wir haben dazu einen 8-seitigen Fragebogen entwickelt, der gerade an alle Bürgerinnen und Bürger, die 40 Jahre und älter sind, verteilt wird. Abgefragt wird die Wohnsituation, die Wahrnehmung der Infrastruktur sowie die Vorstellungen vom guten älter werden.“ Weingärtner appellierte an die Bürgerschaft, sich rege an der Fragebogenaktion zu beteiligen: „Ihre Meinung ist gefragt, gestalten Sie die Zukunft ihrer Gemeinde mit.“

Bürgermeister Johannes Buchter informierte die Anwesenden über die Entwicklungsschwerpunkte  und damit verbundenen zukünftigen Prozesse, die für die Gemeinde anstehen. Er stellte die wichtigsten Themen dar und formulierte  Fragen, über die sich die Bürgerschaft Gedanken machen müsse. Diese Fragen werden in der Bürgerschaft voraussichtlich im Oktober schriftlich via Mitteilungsblatt verteilt, so dass sich alle dazu äußern können.

Gäufelden 2030:

Wohnen in Gäufelden:

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans steht an. Gleichzeitig kommt die Gemeinde mit dem Sondergebiet Bettäcker immer näher an die 10.000 Einwohner. Daraus leiten sich mehrere Fragen ab: Wollen die Bürger den verstärkten Einwohnerzuwachs? Wie stark sollen die Siedlungsflächen expandieren? Soll höher und dichter gebaut werden, um Fläche zu sparen? Wenn verdichtet gebaut wird, braucht es dann innerörtliche Grünbereiche? Buchter machte deutlich, dass die Gemeinde zwar die Planungshoheit in der baulichen Entwicklung hat, aber eben nur in dem Maße, in dem es Landes- und Regionalrecht zulassen.

Gewerbe in Gäufelden

„Der Hunger nach Gewerbeflächen ist im Raum Stuttgart groß“, führte Buchter aus. Er verwies auf die vorgesehenen Gewerbegebiete Böden II in Nebringen und die Gewerbefläche in Öschelbronn-Ost. Hier stelle sich die Frage, ob weitere Gewerbeflächen ausgewiesen werden sollen.

Verkehrsinfrastruktur

Im Bereich Verkehrsinfrastruktur erläutert Buchter, dass in Kürze die K1071 von Öschelbronn nach Jettingen endlich saniert werde. Im Jahr 2019 sei der Baubeginn für eine P&R-Anlage am Bahnhof vorgesehen. Der Bau einer Südtangente mit Durchbindung an die K1071 brauche noch Zeit. 

Bildungsinfrastruktur

Der Schultes berichtete, dass es mit dem Umbau der Gemeinschaftsschule  und dem Neubau der Mensa vorangehe, auch wenn es einige Ausführungsprobleme gegeben habe. „Was uns aber weh tut, ist die sinkende Schülerzahl“, erläuterte der Bürgermeister und fügte gleich hinzu: „Wir möchten von der Bürgerschaft auch wissen, was getan werden muss, um mehr Schüler zu bekommen.“

Verwaltung und kulturelle Infrastruktur

„Unser Rathaus platzt schon jetzt aus allen Nähten. Auf die Gemeinden fallen zukünftig noch mehr Aufgaben zu, der Platzbedarf für die Verwaltung wird also größer werden“, erläuterte Buchter. Daher schlug er den Bau eines neuen Rathauses vor.

Der Bürgermeister empfahl außerdem, die Zehntscheuer in Tailfingen zukünftig als Kulturzentrum zu nutzen. Weiter regte er an, das heutige Rathaus zu einem Bürgerhaus umzufunktionieren, nachdem ein neues Rathaus gebaut wurde. Ein solches Bürgerhaus könnte eine Versammlungsstätte und Treffpunkt für Interessengruppen und Vereine werden.

Sozialstruktur

Der demographische Wandel wird sich in Gäufelden in den nächsten Jahren drastisch bemerkbar machen. Daher gelte es, rechtzeitig für Pflegeangebote zu sorgen. „Wir haben Pflegeangebote in Nebringen und in Kürze auch in Tailfingen. Für Öschelbronn planen wir eine Pflegewohngruppe“, führte Buchter aus. Als Standort der Pflegewohngruppe stünden das Gebiet Jettinger Straße 22 und 24, nämlich die ehemalige Metzgerei Hähnle und Nachbargrundstück oder der Lehengarten zur Verfügung. Der Gemeinderat hat sich für den Standort an der Jettinger Straße entschieden. „Diese Entscheidung wurde deshalb getroffen, weil der Lehengarten baurechtlich zum nicht überplanten Außenbereich zählt. Bis Baurecht geschaffen und eine entsprechende Erschließung umgesetzt werden kann, werden Jahre vergehen“, erläuterte der Schultes und bat die anwesenden Bürgerinnen und Bürger um eine Abstimmung, ob ihnen ein schnelle Realisation der Pflegewohngruppe wichtig sei oder ob dies aus ihrer Sicht Zeit habe. Dies führte in der Bürgerversammlung zu regem Widerstand. „Wir können hier keine sachgerecht Entscheidung treffen, da wir über die Vor- und Nachteile beider Standorte nicht ausreichend informiert sind“, monierte ein Teilnehmer. Dieser Sichtweise schlossen sich die meisten Wortmeldungen an, so dass keine Abstimmung stattfand. 

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