Gemeinde Gäufelden

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Kleindenkmale in Nebringen

Hartnagel

Lageplan: Fa. Hartnagel, Gäufelden-Nebringen

Dieses von Lutz Ackermann 2015 geschaffene Kunstwerk greift den Namen der Hartnagel Handels GmbH (Großhandelsunternehmen für mobile Raumsysteme) auf: ein harter Metallnagel durchstößt eine steinerne Säule. Diese stammt vom Abriss des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Das 1977 gegründete Unternehmen hatte seine Lagerhalle zunächst in der Lange Straße, dann auf dem Nebringer Bahnhofsgelände. In die Raiffeisenstraße wechselte es 1994, wo 1997 und 2005 weitere Lager und Büros ergänzt wurden.

Bild: Steinsäule mit großem Metallnagel
Kunstwerk von Lutz Ackermann "Harter Metallnagel durchstößt eine steinerne Säule"
Bild: Früheres Verwaltungsgebäude 2004, Bestand: Firma Hartnagel
Früheres Verwaltungsgebäude 2004, Bestand: Firma Hartnagel
Luftbild: Betriebsgelände und Fuhrpark der Firma Hartnagel Handels GmbH im Jahr 2015. Das Kunstwerk von Lutz Ackermann ist noch nicht aufgestellt.
Betriebsgelände und Fuhrpark der Firma Hartnagel Handels GmbH im Jahr 2015. Das Kunstwerk von Lutz Ackermann ist noch nicht aufgestellt.
Bestand Firma Hartnagel
Bild: Auf dieser Flurkarte von 1994 sieht man noch die alten Lagerhallen (rot) auf dem Gelände des Bahnhofs Nebringen und die neue Lagerhalle (gelb) am heutigen Standort
Auf dieser Flurkarte von 1994 sieht man noch die alten Lagerhallen (rot) auf dem Gelände des Bahnhofs Nebringen und die neue Lagerhalle (gelb) am heutigen Standort, Bestand: Gemeinde Gäufelden

Feuerwehrspritzen

Lageplan: Feuerwehrgerätehaus Gäufelden-Nebringen

Das von Lutz Ackermann 2003 errichtete Kunstwerk symbolisiert den Zusammenschluss der drei Gäufeldener Feuerwehren aus Nebringen, Öschelbronn und Tailfingen. Damals feierte die Gesamtwehr ihr 30-jähriges Jubiläum. Mit dem 2001 eingeweihten Feuerwehrhaus mit Leitzentrale, Halle für sieben Fahrzeuge und Werkstatt (gemeinsam genutzt mit dem benachbarten Bauhof) erhöhte sich die Schlagkraft der Wehr beim Einsatz bei Bränden, Unfällen und Umweltschäden.

Bild: Stahlskulptur Feuerspritze
Kunstwerk von Lutz Ackermann "Feuerwehrspritzen"
Bild: Neue Fahne der Gäufeldener Feuerwehr 2003, rechts im Bild Christian Hörmann
Neue Fahne der Gäufeldener Feuerwehr 2003, rechts im Bild Christian Hörmann,
Bestand: Gemeinde Gäufelden

Nachdem sich 1971 die Ortschaften Nebringen, Öschelbronn und Tailfingen zu Gäufelden zusammenschlossen, erfolgte 1973 die Zusammenführung der drei Ortsfeuerwehren. Sie wurden zu selbständigen Abteilungen mit eigenen Kommandanten innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Gäufelden. Erst 1996 fand unter Vorbehalten mancher Mitglieder die Umstrukturierung von den einzelnen Abteilungen zu einer gemeinsamen Feuerwehr unter der Leitung eines Kommandanten und zwei Stellvertretern statt. Die räumliche Trennung von Fahrzeug- und Materialbestand wurde aber erst 2001 mit der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses beendet. Von der zentralen Lage aus konnte jeder Teilort schnell erreicht werden. Außerdem erhöhte sich dadurch die Schlagkraft der Feuerwehr nicht nur bei der Brandbekämpfung, sondern auch bei Unfällen und Umwelteinsätzen.

Bild Feuerwehrhaus Gäufelden-Nebringen noch ohne Kunstwerk 2001
Feuerwehrhaus noch ohne Kunstwerk 2001
Bild: Skulptur Feuerwehrspritze bei der Errichtung
Errichtung des Kunstwerks 2003
Bild: Skulptur Feuerwehrspritzen am Feuerwehrhaus Gäufelden-Nebringen bei den Abschlussarbeiten 2003
Abschlussarbeiten am Kunstwerk 2003
Bild: Prominenz beim Richtfest des Feuerwehrhauses 2001; Von links: Landrat Maier, ehemaliger Kultus- und Finanzminister Meyer-Vorfelder, Staatsekretär Rückert, Bürgermeister Wolf beim Richtfest
Prominenz beim Richtfest des Feuerwehrhauses 2001; Von links: Landrat Maier, ehemaliger Kultus- und Finanzminister Meyer-Vorfelder, Staatsekretär Rückert, Bürgermeister Wolf, Bestand: Ulrich Fallscheer

Skulptur von Lutz Ackermann

Lageplan: Gemeinschaftsschule Gäufelden

Lutz Ackermann erstellte die Metallskulptur im Jahr 2018. Der Bogen aus Stahl hält die drei Stufen zusammen, die für Kunst, Praxis und Theorie stehen. Das Tor symbolisiert den Übergang von der Schule ins Berufsleben. Die Schule wurde als Grund- und Hauptschule gebaut und 1978 eingeweiht. Später erfolgte die Weiterentwicklung zur Werkrealschule mit dem möglichen Erwerb der Mittleren Reife. Die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule wurde 2014 genehmigt. Ein grundlegender Umbau des Gebäudes erfolgte 2018.

Bild: Skulptur "Stahlbogen mit Treppen" von Lutz Ackermann
Skulptur "Stahlbogen mit Treppen" von Lutz Ackermann, Bestand: Lothar Egeler
Bild: Neubau der Schule in Gäufelden-Nebringen 1977
Neubau der Schule 1977, Bestand: Karl Mäder
Bild: Schulzentrum Nebringen - Begehung des Baugeländes durch den Gemeinderat
Begehung des Baugeländes durch den Gemeinderat, Bestand Karl Mäder
Bild: Schulzentrum Nebringen - Baugrube im August 1977
Baugrube im August 1977, Bestand Ulrich Fallscheer
Bild: Schulzentrum Nebringen - Bauarbeiten
Bauarbeiten, Bestand Karl Mäder
Bild: Schulzentrum Nebringen - Fast fertiges Schulgebäude
Fast fertiges Schulgebäude, Bestand Karl Mäder
Bild: Entwurfsplanung Schulzentrum Nebringen mit Hallenbad
An der Stelle der heutigen Katholischen Kirche war ein nie gebautes Hallenbad vorgesehen, Bestand Ulrich Fallscheer
Bild: Ententeich 1982, der später austrocknete
Ententeich 1982, der später austrocknete, Bestand Ulrich Fallscheer
Bild: Schulzentrum Nebringen - Schulgelände im August 2000
Schulgelände im August 2000 , Bestand Ulrich Fallscheer
 

Kreuze

Lageplan Katholische Auferstehungskirche in Gäufelden.Nebringen

Zur Einweihung der neuen katholischen Kirche mit Gemeindezentrum haben 1994 Jugendliche im Rahmen der Firm-Vorbereitung gemeinsam mit dem Künstler Lutz Ackermann mehrere Kreuze individuell gestaltet. Sie stehen wie auf einem kleinen Golgota-Hügel und symbolisieren die Kreuze, die wir in unserem Leben zu tragen haben. Die Auferstehungskirche direkt dahinter spricht dabei von der christlichen Auferstehungshoffnung: Unserem gebrechlichen menschlichen Leben ist Erlösung bei Gott zugesagt.

Bild: Metallkreuze auf langen Stäben
Kunstwerk von Lutz Ackermann "Kreuze", Bestand: Lothar Egeler
BiId: Die Auferstehungskirche in Gäufelden-Nebringen im Jahr 2000
Die Auferstehungskirche im Jahr 2000:
Vor der Kirche befindet sich der kleine Hügel
noch ohne die später hierher versetzten Kreuze; Bild: Ulrich Fallscheer

In den Teilorten der heutigen Pfarrei Jettingen-Nebringen-Bondorf  lebten 1939 nur knapp 50 Katholiken. Das änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich viele aus ihrer Heimat Vertriebene im Gäu niederließen. Sie benötigten Räume für ihre Gottesdienste und Zusammenkünfte. Hier in Nebringen stellte die Evangelische Kirchengemeinde am Sonntagnachmittag die Stephanskirche zur Verfügung. Nach dem Bau der neuen Grund- und Hauptschule in der heutigen Breitestraße 1957/58 fanden die Gottesdienste im 1900 errichteten Anbau der alten Schule in der Friedhofstraße statt. Die Diözese kaufte es 1959. Im Jahr 1965 wurde eine neue Kirche „Zum heiligen Blut“ in der Öschelbronner Straße 33 erstellt und 1994 abgerissen. Die heutige moderne Kirche „Auferstehung Christi“ wurde 1994 geweiht. Zu diesem Anlass schufen die Firmlinge unter der Anleitung von Lutz Ackermann die Kreuze. Sie standen damals mehr östlich beim Grünbestand und wurden erst später hierher auf den kleinen Hügel versetzt. Hier kommen sie wesentlich besser zur Geltung und sind neben der eindrucksvollen Kirche ein weiterer Blickfang.

Luftbild schwarz/weiß: Nebringen - Alte Schule mit Anbau (rot markiert) in den 1960er Jahren
Alte Schule mit Anbau (rot markiert) in den 1960er Jahren, Bestand Lothar Egeler
Bild: Alte Katholische Kirche in der Öschelbronner Straße 33 in Nebringen (1965-1994)
Alte Katholische Kirche in der Öschelbronner Straße 33 in Nebringen (1965-1994), Bestand Karl Mäder
Bild: Glasfront der neuen Kirche 2005. Die Strukturen von unten nach oben symbolisieren die Auferstehung
Glasfront der neuen kath. Kirche 2005. Die Strukturen von unten nach oben symbolisieren die Auferstehung, Bestand Ulrich Fallscheer
 

Kruzifix

Auf einem Sandsteinsockel steht es herausragend auf der Wegekreuzung im Zentrum des alten Friedhofs. Die Gräber bleiben bis zum Ablauf der Liegezeit bestehen und werden dann abgeräumt. Er war der dritte Friedhof in Nebringen, eröffnet 1879. Ein früherer Friedhof befand sich im eingefriedeten Bereich um die Stephanskirche. Er wurde 1782 durch einen Bestattungsplatz auf der heutigen Gartenfläche hinter dem Stephansheim ersetzt. Der heutige Friedhof außerhalb des Ortes an der Herrenberger Straße wurde 1979 eingeweiht.

 

 

Bild: Kruzifiz auf einem Steinsockel
Kruzifix auf dem alten Friedhof Nebringen
Bild: Alter Friedhof in Nebringen, Aufnahme von 1977
Alter Friedhof, Aufnahme von 1977, Bestand: Karl Mäder
BIld: Urkataster Nebringen von 1830
Im Urkataster von 1830 sind der Friedhof um die Kirche und der danach im Jahr 1782 eingerichtete östlich davon grün markiert. Der Friedhof von 1879 (rot) wurde erst später in die Karte eingezeichnet. Im alten Friedhof wurde 1850 Anton Egeler begraben, eine führende Persönlichkeit der pietistischen Hahn`schen Gemeinschaft.
Bestand Gemeinde Gäufelden
Bild schwarz/weiß: Zugang (grün) des Friedhofs von 1782 von der Sindlinger Straße aus
Zugang (grün) des Friedhofs von 1782 von der Sindlinger Straße aus, Bestand Gemeindearchiv Gäufelden
Bild vom Kirchturm Nebringen auf den ehemaligen alten Friedhof
Der 1999 vom Kirchturm fotografierte alte Friedhof (rot umrandet) diente lange nach seiner Auflassung als Spielplatz für den Kindergarten, der bis 1965 im inzwischen abgebrochenen alten Rathaus in der Sindlinger Straße untergebracht war (am Abzweig der Lange Straße). Manch älterer Nebringer erinnert sich noch daran, neben alten Grabumrandungen gespielt zu haben. Zeitweise diente dort auch das „Häusle“ als Unterkunft für eine Kindergartengruppe. In ihm fand auch viele Jahre die Jungschar statt. Hinten ist die ehemalige Zehntscheuer zu sehen, links die Grundschule, Bestand Lothar Egeler
Bild schwarz/weiß: Verabschiedung einer Kindergartengruppe Mitte der 1960-er Jahre
Verabschiedung einer Kindergartengruppe zur Einschulung durch „Tante Hedi“ im alten Friedhof Mitte der 1960er Jahre. Es sind noch die Umfassungsmauern zu sehen, die nördliche steht noch. Aus Datenschutzgründen sind die Gesichter unkenntlich gemacht. Bestand: Lothar Egeler
Bild: Der Friedhof von 1782 vor dem Bau des Stephansheims 2007, links die Grundschule Nebringen
Der Friedhof von 1782 vor dem Bau des Stephansheims 2007, links die Grundschule, Bestand Gemeinde Gäufelden
Bild: Ehemaliger Friedhof von 1782 beim Bau des Stephansheims 2008
Ehemaliger Friedhof von 1782 beim Bau des Stephansheims 2008, Bestand Gemeinde Gäufelden
Bild: Bild 7 Friedhof von 1879 mit dem Kruzifix im Jahr 1977
Friedhof von 1879 mit dem Kruzifix im Jahr 1977, Bestand Karl Mäder
Bild: Herrenberger Straße mit ersten Erdarbeiten zum Bau des neuen Friedhofs
Herrenberger Straße mit ersten Erdarbeiten zum Bau des neuen Friedhofs, Bestand Karl Mäder
Bild: Friedhof Nebringen beim Neubau 1979
Neubau des Friedhofs 1979, Bestand Karl Mäder

Gräber der Luftkriegsopfer

Hier liegen die Opfer von Tieffliegerangriffen der alliierten Luftwaffe auf die Eisenbahnlinie in Nebringen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein Angriff erfolgte am 30.01.1945 gegen einen zivilen Zug. Dabei wurde auch der Nebringer Julius Wagner getötet. Ein weiterer Angriff erfolgte am 22.02.1945 gegen einen Militärzug. Die gefallenen Soldaten wurden hier begraben. Die beiden Gräber ohne Grabplatten wurden später auf Wunsch der Angehörigen in ihre Heimat umgebettet.

Bild: Kranz mit Schlaufe vor den Grabsteinen der Luftkriegsopfer
Gräber der Luftkriegsopfer
Bild schwarz/weiß: Gräber nach der Bestattung der Opfer des Angriffs im Januar 1945,
Gräber nach der
Bestattung der Opfer des Angriffs im Januar
1945,
Bild: Liste der Opfer der beiden Tieffliegerangriffe
Liste der Opfer der beiden Tieffliegerangriffe, Bestand Gemeinde Gäufelden
Bild: Liste der Opfer der beiden Tieffliegerangriffe
Liste der Opfer der beiden Tieffliegerangriffe, Bestand Gemeinde Gäufelden
Bild schwarz/weiß: Gräber der Opfer vom Angriff am 22.2.1945 nach der Beerdigung
Gräber der Opfer vom Angriff am 22.2.1945 nach der Beerdigung, Bestand Gemeinde Gäufelden
 

Augenzeugenbericht eines Tieffliegerangriffs auf einen Zug im Nebringer Bahnhof von Gerhard Wanner:

Kindheitserlebnis

Mein Vater stammte aus Tailfingen. Er hat von 1929-1932 bei Hagenlocher in Gültstein Mechaniker gelernt. Da es für ihn damals in Tailfingen und Umgebung keine Arbeit gab, zog er letztendlich nach Stuttgart. Dort fand er eine seinem Beruf entsprechende Stelle bei Bosch.

In Feuerbach lernte er meine Mutter kennen und die beiden heirateten. 1940 war ich da.

In den folgenden Jahren besuchten wir (hauptsächlich meine Mutter mit mir) die Großmutter (Ahne) in Tailfingen mit der Eisenbahn. Die Fahrt ging von Feuerbach mit dem Dampfzug nach Nebringen. Diese Zugfahrten haben mir immer sehr gefallen. So auch eine Reise im Sommer 1944. Auf dem Bahnsteig in Nebringen stand ein Schaffner mit roter Mütze und Trillerpfeife. Er hat auch eine Glocke betätigt.

Nach Ankunft ging es die drei Kilometer lange Straße zu Fuß nach Tailfingen in die Brunnengasse zur Ahne. Wir waren kaum ein paar 100 Meter gegangen, da sind plötzlich zwei (feindliche) Flugzeuge am Himmel aufgetaucht. Deren Interesse galt offensichtlich einem auf dem Nebringer Bahnhof stehenden Güterzug. Auf einem Güterwagen stand ein mit einer Plane abgedecktes Objekt. Erst viel später wurde mir klar, dass es sich aufgrund der Form um ein Geschütz gehandelt haben muss. Die Flugzeuge haben den Zug beschossen. Die Flugbahn der Geschosse bildeten feurige Streifen. Das hat mich sehr beeindruckt. Die Flieger drehten einige Runden. Dabei haben sie auch uns entdeckt und beschossen, aber nicht getroffen. Vielleicht weil ein mit uns gehender Soldat uns und sich in den Graben, welcher links neben der Straße war, geduckt hat. Allerdings hat er auch die Handtasche meiner Mutter in hohem Bogen den Rain auf der anderen Seite der Straße hinunter geworfen. Die Tasche hatte einen schönen chromglänzenden Bügel, welcher wohl der Grund für den Wurf war. Er spiegelte das Sonnenlicht. Nachdem die Luft rein war, hat der Soldat die Tasche wieder geholt und wir haben unsere Reise fortgesetzt.

Für mich war der weitere Spaziergang unerfreulich, denn ich hätte gerne die vom Himmel gefallenen Spangen der Munitionsgurte und die leeren Patronenhülsen eingesammelt. Das verbot mir meine Mutter in strengem Ton und hat die Reise zur Ahne beschleunigt fortgesetzt. Wegen der entgangenen Trophäen war ich mit meiner Mutter lange beleidigt. Besonders auch deshalb, weil die Tailfinger Dorfjugend sich schon längst solche Gurte über die Brust gehängt hat und ich hatte als Jüngster nichts. Die Ahne hat sich über mein Kommen sehr gefreut.

Gerhard Wanner, 17.7.2019

Wasserspiel am Backhaus

Schon in früheren Zeiten stand ein gusseiserner Pumpbrunnen neben dem Backhaus am Weg in den Brunnengarten. Das Wasserspiel wurde im Rahmen der Neugestaltung der Ortsmitte 2012 bis 2013 angelegt. An der Stelle leerstehender Bauernhäuser mit kaum noch genutzten landwirtschaftlichen Nebengebäuden entstanden im Rahmen der Innenentwicklung des Ortes moderne Wohngebäude sowie ein Wohn- und Geschäftshaus mit Apotheke und Arztpraxis.

Bild: Wasserspiel vor dem Backhaus an der Sindlinger Straße in Nebringen
Wasserspiel am Backhaus
Bild: Brunnengarten, 1999 vom Kirchturm aus fotografiert, rot markiert ist der spätere Sanierungsbereich
Brunnengarten, 1999 vom Kirchturm aus fotografiert, rot markiert ist der spätere Sanierungsbereich, Bestand: Lothar Egeler
Bild: Ursprünglicher Brunnengarten mit Backhaus Dezember 2010
Ursprünglicher Brunnengarten mit Backhaus Dezember 2010, Bestand: Lothar Egeler
Bild: Zugang zum Brunnengarten Januar 2011, links große Scheune, rechts das Backhaus
Zugang zum Brunnengarten Januar 2011, rechts das Backhaus, Bestand: Lothar Egeler
Bild: Alter Bauernhof, Brunnengarten Januar 2011
Alter Bauernhof, Brunnengarten Januar 2011, Bestand: Lothar Egeler
Bild: Alte Gebäude im Brunnengarten
Alte Gebäude im Brunnengarten, Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild: Alter Stall im Brunnengarten
Alter Stall, Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild: Alte Scheune mit Spruchbalken von 1768
Alte Scheune mit Spruchbalken von 1768 (Verbleib unbekannt), Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild: Baustelle Sanierungsgebiet Brunnengarten 2012, rechts das Backhaus
Baustelle Sanierungsgebiet Brunnengarten 2012, rechts das Backhaus, Bestand: Gemeinde Gäufelden
 

Backhaus

Das Backhaus war früher fester Bestandteil des Dorflebens. An jedem Werktag wurde es genutzt, um Brot, Zwiebel- und Obstkuchen zu backen. Auch konnte man hier Zwetschgen, Birnen und Äpfel als Wintervorrat dörren. Bei der Backhausverwalterin musste man zuvor angeben, welchen Ofen man zu welcher Zeit benutzen wollte. Dafür war eine Gebühr fällig. Besonders in den Wochen vor Weihnachten herrschte großer Andrang. In dieser Zeit wurde die Nutzung der drei Öfen und die Backzeit unter den Backfrauen verlost.

Backhaus Nebringen
Bild: Backhaus Nebringen, Aufnahme von 1999
Backhaus, Aufnahme von 1999, Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild: Lagplan zur Erweiterung des Backhauses von 1885
Lageplan zum Erweiterungsantrag des Backhauses um einen dritten Ofen 1885:
Zwischen dem Backhaus und dem heutigen Alten Schulhaus (gebaut 1830) befand sich eine Wette (Feuerlöschteich), die später zugeschüttet wurde. Für die Dorfjugend war sie im Sommer beliebt zur Abkühlung. Etliche Nebringer lernten hier das Schwimmen. Bestand Gemeinde Gäufelden
Bild: Plan des Backhauses Nebringen mit Waschküche
Im Plan des Backhauses ist noch die Waschküche zu sehen, die später zu einer Viehwaage umgebaut wurde. Heute ist nur ein zentraler Schornstein vorhanden.
Vor dem Backhaus befand sich ein gusseiserner Pumpbrunnen. Die nicht mehr genutzte Waage wurde 2007 im Zuge der Renovierung durch Ehrenamtliche und Vereine in eine Backstube umgewandelt. Bestand Gemeinde Gäufelden
Bild: Verkaufsliste der Backlose Ostern 1942
Auch vor Ostern herrschte großer Andrang im Backhaus. Abgebildet ist die Liste der verlosten Öfen für die Zeit vor Ostern 1942. Die Backzeiten betrugen nur zwei Stunden. Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild: Aktenvermerk zu einer Rauchbelästigung von 1998
Auch das kam vor: Beschwerde wegen Rauchbelästigung, Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild: Backhaus Nebringen mit qualmendem Kamin
Backhaus Nebringen mit qualmendem Kamin
Bild: Die langjährige Backhausverwalterin Hildegard Fauß (1927-2018)
Die langjährige Backhausverwalterin Hildegard Fauß (1927-2018), Bestand: Lothar Egeler

Die Backhausverwalterin Hildegard Fauß kümmerte sich 40 Jahre lang von 1969 bis 2009 sehr gewissenhaft um das Backhaus. Das Backhaus war wie eine zweite Heimat für sie. Auf der Terrasse ihres Hauses lagen für jeden Wochentag Holztäfelchen mit den Backzeiten (3 Stunden). Dort konnte man sich für die gewünschte Backzeit eintragen. In ihrer Anfangszeit waren 50 bis 70 Buchungen pro Monat normal, am Ende nur noch 4 bis 5. Sie kassierte auch die dafür fällige Geldsumme und lieferte sie bei der Gemeinde ab. Zuständig war sie auch für das Öffnen und Schließen sowie die Sauberkeit des Backhauses.

In der Hand hält sie einen Einschießer, mit dem die rohen Brotlaibe in den Ofen gebracht und die fertig gebackenen Brote wieder herausgeholt wurden.

Bauherrentafel

Sie erinnert an die Verantwortlichen des Erweiterungsbaus 1748. Die seinerzeit zu klein gewordene Kirche mit baufälligen Seitenmauern wurde um vier Meter verlängert und um zwei Meter verbreitert. Die Einweihung des Erweiterungsbaus fand am 3. November 1748 unter Pfarrer Georg Veit Sattler statt. Bereits 1314 wird eine neue Kapelle erwähnt. Erweiterungsarbeiten erfolgten 1492. Der Turmdachstuhl wurde 1797 nach einem Brand durch Blitzschlag neu gebaut, das heutige neoromanische Kirchenschiff 1884/85.

Bild: "Bauherrentafel" Nebringen
"Bauherrentafel" Nebringen
Bild: Bekannte Grundrisse der Kirche 1492, 1748, 1885 bis heute
Bekannte Grundrisse der Kirche
Text auf der Bauherrentafel
Text auf der Bauherrentafel
Textauszug aus dem Kirchenarchiv vor dem Bau der Kirche 1748
Auszug aus dem Kirchenarchiv vor dem Bau der Kirche 1748
Zeichnung: Ansicht von Süden
Ansicht von Süden
Zeichnung: Ansicht von Norden
Ansicht von Norden
Zeichnung: Ansicht von Westen (links) und von Osten (rechts)
Ansicht von Westen (links) und von Osten (rechts)
Zeichnung: Grundriss des Schiffs
Grundriss des Schiffs
Zeichnung: Grundriss der Empore
Grundriss der Empore
Zeichnung: Querschnitt von Süden
Querschnitt von Süden
Zeichnung: Querschnitt von Westen
Querschnitt von Westen
Lageplan der evangelischen Kirche in Nebringen
Der Lageplan von 1884 zeigt den Grundriss der alten Kirche (orange) im Grundriss der neuen (rot). Die heutige Breitestraße rechts von der Kirche bestand damals noch nicht. Hier standen noch einige Bauernhäuser mit Scheunen und Nebengebäuden. Die oben eingezeichneten Gebäude sind 1950 nach einem Blitzeinschlag abgebrannt. Erst Mitte der 1950er Jahre wurde vor der Errichtung der neuen Grundschule die Breitestraße gebaut. Damals hieß sie noch Schulstraße.
Ganz rechts unten sieht man noch das alte Rathaus, das bis in die 1930er Jahre als solches genutzt wurde. Später diente es dann jahrelang als Kindergarten. Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild schwarz/weiß: Stephanskirche in den 1920er Jahren
Stephanskirche in den 1920er Jahren, Bestand: Reiner Laber
Bild schwarz/weiß: Kircheninneres in den 1920er Jahren
Kircheninneres in den 1920er Jahren, Bestand: Reiner Laber

Vor dem Bau des neuen Kirchenschiffes 1884/85 wurden im Jahr 1878 Pläne der dafür abzureißenden Vorgängerkirche gezeichnet, die weitgehend dem Kirchenbau von 1748 entsprach. Aus den von Pfarrer Hofius vom Evangelischen Pfarramt Nebringen zur Verfügung gestellten Plänen ergibt sich für diese Kirche: 

  • Die Mauern des Schiffes verliefen nicht parallel, sondern schräg zu denen des Turms. Der Grund dafür ist unbekannt.
  • Im Chor waren Bänke aufgestellt. Dort saßen die ledigen jungen Männer und die Schulknaben. Entsprechend der damaligen Hierarchie hatten die Männer auf der Empore zu sitzen, die Frauen und Mädchen unten im Schiff.
  • Der Altar stand vor dem Chor im Kirchenschiff.
  • Im Chor war eine Decke eingezogen, auf der die Orgel stand. Decke und Orgel wurden erst Anfang des 19. Jahrhunderts dort eingebaut. Die Orgel befand sich ursprünglich auf der Empore gegenüber dem Turm. Sie wurde in den Chor versetzt, um auf der Empore mehr Platz für die Männer zu gewinnen.
  • Die Empore konnte durch eine überdachte Treppe auch von außen erreicht werden.
  • Der Dachboden mit sieben Dachgauben war im Vergleich zum Kirchenschiff relativ groß. Hier wurden wohl die überwiegend aus Naturalien bestehenden Einkünfte der Kirche, „des Heiligen“, gelagert. Von der Empore führte eine Treppe hinauf.

Orientierungspunkt

Das von Lutz Ackermann geschaffene Kunstwerk soll als auffallender Orientierungs- und Treffpunkt im Ort dienen. Es steht seit 1987 vor dem Gebäude, in dem 1986 bis 2017 die Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg eine Filiale hatte. Das Gebäude mit mehreren Wohnungen und Dienstleistungsbetrieben im Erdgeschoss steht an der Stelle des großen Bauerngehöfts von Gottlieb und Christiane (“Nanele“) Lohrer sowie den Häusern Erbele und Eckert an der Sindlinger Straße, die alle abgerissen wurden.

Bild: Stahlsäule mit Armen an deren Ende sich jeweils eine Stahlkugel befindet
Kunstwerk "Orientierungspunkt"
Häuser Lohrer (links) und Erbele (rechts) vor dem Abriss, Bestand: Ulrich Fallscheer
Bild 1 Plan von 1924 mit der heutigen Lage des Volksbankgebäudes (rot umrandet)
Plan von 1924 mit der heutigen Lage des Volksbankgebäudes (rot umrandet), Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild: Hauptstraße in Nebringen 1959 mit Anwesen Lohrer links,
Damalige Hauptstraße 1959 mit Anwesen Lohrer links, Bestand Karl Mäder
Bild: Haus Lohrer in Nebrinegn 1982, die Scheune ist bereits abgerissen
Haus Lohrer 1982, die Scheune ist bereits abgerissen, Bestand: Ulrich Fallscheer
Bild in schwarz/weiß: Bild 4 Volksbankgebäude In Nebringen im Bau 1985
Volksbankgebäude im Bau 1985, Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild: Bild 5 Volksbankgebäude in Nebringen vor 1987 noch ohne Kunstwerk
Volksbankgebäude vor 1987 noch ohne Kunstwerk, Bestand: Karl Mäder
 

Gasthof Hirsch

Das Schild hängt seit der Außenrenovierung um 1990 am Gebäude. Bereits 1949 erfolgte die Erweiterung des Gasthofs durch den Umbau von Wohnzimmer, Stall und Scheune zum großen Saal mit Bühne, in dem seither viele Familien- und Vereinsfeiern stattfanden. Eine 1969 gebaute Kegelbahn ist bereits wieder abgerissen. Die Zahl 1778 auf den Grundmauern belegt die früheste Altersangabe des Gebäudes. In diesem Jahr heiratete der Bäcker, Wirt und Schultheiß Johann Martin Egeler seine Frau Maria Katharina Wagner aus Mötzingen. Auch seine Vorfahren waren schon Wirte.

Bild: Schild "Gasthof Hirsch" mit oben stehendem goldenen Hirsch
Schild "Gasthof Hirsch"
Bild schwarz/weiß: Gasthaus Hirsch in Nebringen 1941/42
Gasthaus Hirsch 1941/42,
Bestand: Brigitte Hoffmann
Lageplan von 1876. Vor dem Gasthof Hirsch befand sich ein öffentlicher Brunnen
Lageplan von 1876. Vor dem Gasthof befand sich ein öffentlicher Brunnen, Bestand: Gemeinde Gäufelden
Plan von 1876 zum Anbau an den Gasthof (rot markiert)
Plan von 1876 zum Anbau an den Gasthof (rot markiert), Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild schwarz/weiß: Christian Egeler (1877-1932), Hirschwirt, im 1. Weltkrieg; Vater von Christian Egeler (1907-1945)
Christian Egeler (1877-1932), Hirschwirt, im 1. Weltkrieg; Vater von Christian Egeler (1907-1945), Bestand: Brigitte Hoffmann
Bild schwarz/weiß: Hochzeit von Hirschwirt Christian Egeler mit Klara, geb. Gauß
Hochzeit von Hirschwirt Christian Egeler (1907-1945) mit Klara, geb. Gauß, am 4.5.1934, Bestand: Brigitte Hoffmann
Luftbild schwarz/weiß: Gasthof Hirsch in den 1960er Jahren, Bestand Horst Schäberle
Der Gasthof in den 1960er Jahren, Bestand: Horst Schäberle
Bild schwarz/weiß: Gastraums der Gaststätte Hirsch von 1962 bis 1989
Aussehen der Gaststätte von 1962 bis 1989, Bestand: Brigitte Hoffmann
Bild schwarz/weiß: Saal der Gaststätte Hirsch vor dem Umbau
Saal vor dem Umbau, Bestand: Brigitte Hoffmann
Bild schwarz/weiß: Kegelbahn der Gaststätte Hirsch 1969
Kegelbahn 1969, Bestand: Brigitte Hoffmann
Bild: Brigitte Hoffmann, Hirschwirtin (links), mit Ehepaar Brosi und Bruno Noppel
Brigitte Hoffmann, Hirschwirtin (links), mit Ehepaar Brosi und Bruno Noppel, Bestand: Brigitte Hoffmann
 

Zehntscheuer

Die 1767 gebaute Zehntscheuer nahm den zehnten Teil der Ernte an, den die Bauern dem Besitzer ihrer Äcker abliefern mussten. Grund und Boden gehörten nicht den Bauern selbst, sondern dem Grundherrn. Am Wappen oben am Tor ist ersichtlich, dass dies das Herzogtum Württemberg war. Ab 1849 konnten die Bauern mit Bezahlen einer Summe, die ein Mehrfaches des Zehnten betrug, Grund und Boden erwerben. Johann Egeler übernahm die Zehntscheuer und baute dann rechtwinklig dazu ein Wohnhaus an.

Bild: Holztor mit Beschlag der Zehntscheuer in Nebringen
Tor der Zehntscheuer in Nebringen
Karte: Die Zehntscheuer (roter Kreis) im Württembergischen Urkataster von 1830
Die Zehntscheuer (roter Kreis) im Württembergischen Urkataster von 1830,
Bestand: Gemeindearchiv Gäufelden

Freundlicherweise hat der Besitzer Gerhard Gauß die Erlaubnis gegeben, Fotos vom Inneren der Zehntscheuer im heutigen Zustand zu machen. Sie zeigen:

  •  die massive Dachkonstruktion
  •  verschiedene Stockwerke zur Lagerung von z.B. Getreide
  •  Schacht, in dem die Produkte über eine Seilrolle nach oben gezogen wurden
  •  Gewölbekeller zur Lagerung von z.B. Kartoffeln, Rüben oder Obst
  •  Aufhänge-Vorrichtung zum Anbringen einer Balkenwaage, mit der die angelieferten Produkte gewogen wurden. 

Bestand: Lothar Egeler

Bild: Massives Gebälk der Dachkonstruktion Zehntscheuer Nebringen
Massive Dachkonstruktion
Bild: Massives Gebälk
Massives Gebälk
Bild: Stockwerk zur Lagerung von z.B. Getreide
Stockwerk zur Lagerung von z.B. Getreide
Bild: Schacht der Zehntscheuer Nebringen
Schacht, in dem die Produkte über eine Seilrolle nach oben gezogen wurden
Bild: Gewölbekeller der Zehntscheuer Nebringen
Gewölbekeller zur Lagerung von z.B. Kartoffeln, Rüben oder Obst
Bild: Aufhänge-Vorrichtung in Holz zum Anbringen einer Balkenwaage
Aufhänge-Vorrichtung zum Anbringen einer Balkenwaage, mit der die angelieferten Produkte gewogen wurden

Wegweiser

Das imposante, von Lutz Ackermann 2001 errichtete Kunstwerk zeigt auf sein am Ende der Straße sichtbares „Kunst-Kraft-Werk“. Das Gelände um das von ihm 1972 gekaufte ehemalige Bahnwärterhaus hat er seit 1986 zu diesem Skulpturenpark mit mehreren Gebäuden und vielen eindrucksvollen Kunstwerken ausgebaut. Dabei wird deutlich, wie er meist rostigs Eisen nutzt, um seine schöpferischen Fähigkeiten umzusetzen. 2009 setzte er neben das Wegzeichen ein Turbinengehäuse, das noch in ein Kunstwerk umgewandelt werden soll.

Bild: Kunstwerk von Lutz Ackermann "Wegweiser"
Kunstwerk von Lutz Ackermann "Wegweiser"
Bild: Lutz Ackermann vor dem Gästehaus in seinem Skulpturenpark, Aufnahme 2019
Lutz Ackermann vor dem Gästehaus in seinem
Skulpturenpark, Aufnahme 2019, Bestand: Lothar Egeler
Bild schwarz/weiß: Bahnwärter in Nebringen gegen Ende des 19. Jahrhunderts
Bis zum Bau der Umgehungsstraße 1959 war die Herrenberger Straße die Verbindung nach Herrenberg mit einem Abzweig nach Gültstein wie heute beim „Ackermann-Kreisel“. Ab dem Bau der Gäubahn (Einweihung 1879) überquerte sie die Bahnlinie mit einem beschrankten Bahnübergang. Dort wurde ein zugehöriges Bahnwärterhaus (Posten 47) errichtet. Der Bahnwärter musste vor jedem durchfahrenden Zug die Schranken per Hand über eine Drehkurbel schließen und dann wieder öffnen. Dabei ertönte gleichzeitig ein Glockenton. Lutz Ackermann hat das funktionslose Bahnwärterhaus 1972 gekauft und darum herum seinen Skulpturengarten aufgebaut.
Das Foto stammt aus dem Bildband „Gäufelden. Nebringen, Öschelbronn und Tailfingen“, bearbeitet von der Film- und Fotogruppe Gäufelden 1983.

Ehrenmal für die Gefallenen

Das Ehrenmal für die gefallenen Nebringer der beiden Weltkriege stand seit 1962 vor der Stephanskirche im Ortszentrum. Es zeigt den Erzengel Michael, der den Teufel in Form eines Drachens besiegt. Eingeweiht wurde es in einem feierlichen Festakt mit Kranzniederlegung, Festreden und Beiträgen des Gesangvereins „Frohsinn Nebringen". Seit 1994 steht es hier auf dem 1979 eingeweihten neuen Friedhof gegenüber der Aussegnungshalle. Der Vorplatz der Stephanskirche wurde dann von 1998 bis 2000 neu gestaltet.

Bild: Ehrenmal für Gefallene in Nebringen
Ehrenmal für Gefallene
Bild: Einweihung des Ehrenmals vor der Stephanskirche in Nebringen 1962
Einweihung des Ehrenmals vor der Kirche 1962,
Bestand: Karl Mäder

Die Bilder von Karl Mäder zeigen das Aufstellen und die Einweihungsfeier des Ehrenmals für die Gefallenen beider Weltkriege vor der Stephanskirche im Jahr 1962. Der Vorplatz der Kirche wurde vorher wegen drohender Einsturzgefahr der  Mauern im Jahr 1961 neu gestaltet.

Bild: Anlieferung des Ehrenmals mit einem Kranwagen
Anlieferung des Ehrenmals mit einem Kranwagen
Bild: Aufstellung des Ehrenmals
Aufstellung des Ehrenmals
Bild: Verhülltes Ehrenmal vor der Stephanskirche in Nebringen
Verhülltes Ehrenmal vor der Stephanskirche in Nebringen
Bild: Enthüllung des Ehrenmals
Enthüllung des Ehrenmals
Bild: Das Ehrenmal ist enthüllt
Das Ehrenmal ist enthüllt
Bild: Niederlegung eines Kranzes neben dem Ehrenmal
Niederlegung eines Kranzes neben dem Ehrenmal
Gedenken an die Gefallenen am Ehrenmal
Bild: Das Ehrenmal vor der Stephanskirche bei strahlend blauem Himmel
Das Ehrenmal vor der Stephanskirche bei strahlend blauem Himmel
Bild: Das Ehrenmal vor der Stephanskirche von Südwesten
Das Ehrenmal vor der Stephanskirche von Südwesten
Bild schwarz/weiß: Stephanskirche in den 1920er Jahren mit dem bis 1961 bestehenden Vorplatz
Stephanskirche in den 1920er Jahren mit dem bis 1961 bestehenden Vorplatz, Bestand: Reiner Laber
 
 

Gusseiserner Pumpbrunnen

Er ist der letzte erhaltene Pumpbrunnen in Nebringen. Er erinnert daran, dass man in früheren Zeiten Wasser aus Brunnen gewann. Man hatte kein fließendes Wasser in den Häusern, sondern holte es aus den Brunnen. Um 1900 standen folgende Brunnen in Nebringen: Am Backhaus (1), in der Sindlinger Straße gegenüber der Einmündung der Langen Straße (2), vor dem Garten der Jakobstr. 22 (3), vor dem Haus Sindlinger Str. 44 (4), vor dem Gasthaus Hirsch in der Herrenberger Str. (5), vor der Öschelbronner Str.18 (6) und vor der Altinger Str. 16 (7).

Bild: Pumpbrunnen grün
Letzter Pumpbrunnen in Nebringen
Auszug der Karte von Nebringen: Lage der Brunnen um 1900
Lage der Brunnen um 1900, Erklärung der Nummern siehe Text

Der Pumpbrunnen wurde 1896 gemeinsam von Johannes Böckle und Johannes Kienzlin auf dem Grundstück des Johannes Böckle neben der dortigen Scheune errichtet. Die Baukosten wurden gleichmäßig geteilt. Johannes Kienzlin wurde vertraglich zugesichert, dass er und seine Nachkommen jederzeit ungehinderten Zugang zum Brunnen haben. Er steht zwar vor dem Gebäude Nummer 16, gehört aber zu Nummer 18.

Alle früheren Brunnen in den drei Ortsteilen Gäufeldens bezogen ihr Wasser aus dem Gestein des Lettenkeupers. Die Bedeutung des Gesteinsuntergrundes nicht nur bezüglich der Wasserversorgung für die Bewohner des Gäus wird beim Kleindenkmal Quellfassung an der Jettinger Straße (nicht im Pfad) in Öschelbronn ausführlich erläutert.

Text: Festschrift 1982 - Nebringen 1855 mit gutem Trinkwasser versorgt
Festschrift 1982
Text: Festschrift 1982 - Anlagen der Gäuwasserversorgung am 1. Juni 1909 übergeben
Festschrift 1982

Kunstwerk von Hellmut Ehrath

Der 1938 in Oberndorf am Neckar geborene Hellmut Ehrath lebte seit 1979 in Herrenberg. Als herausragender Zeichner und Bildhauer war er prägend für die hiesige Kunstszene. Anregungen für seine Arbeiten gewann er unter anderem aus vielen Reisen nach Asien und Afrika. Er entwickelte eine eigene, für ihn typische Formensprache, die vielfach geprägt ist von kalligraphischer Linienführung wie in diesem Werk. Besonders bekannt sind seine Großskulpturen im öffentlichen Raum. Er verstarb im Jahr 2008 überraschend.

Bild schwarz/weiß: Kunstwerk von Hellmut Ehrath in Nebringen
Kunstwerk von Hellmut Ehrath
Altinger Straße um 1960. Das Kunstwerk steht heute im roten Kreis. Der schräg erscheinende untere Teil des Bildes ist eine optische Täuschung, Bestand: Horst Schäberle

Im Lageplan zum Baugesuch des Hauses von 1952 hieß die Altinger Straße noch Altinger Weg, davor  Vicinalweg Nr. 7/1 (Bild 1). Vicinalweg oder -straße war die Bezeichnung für durchnummerierte Nebenstraßen. Die ebenfalls durchnummerierten Haupstraßen, in der Regel Durchgangsstraßen, wurden als Ortsweg bezeichnet. Die Vicinalstraße 7/1 ging früher außerhalb des Ortes in einen Feldweg über, der sich aufspaltete. Von dort aus führte bis Anfang der 1930er Jahre ein Fußweg nach Tailfingen (Die heutige Straße nach Tailfingen wurde damals erst gebaut).

Der Durchgangsverkehr von Herrenberg verlief vor dem Bau der Umgehungsstraße über einen Bahnübergang beim heutigen Ackermann-Areal, durch die heutige Herrenberger Straße, Öschelbronner Straße und Eisenbahnstraße. Nach der dortigen Eisenbahnbrücke führte die Straße nach einer scharfen Rechtskurve nach Bondorf. Als die Gäubahn 1879 gebaut wurde, musste eine Brücke über den Vicinalweg errichtet werden (Bild 2). In den schneereichen Wintern der 1950er bis 70er Jahre zog die Dorfjugend unter dieser Brücke hindurch ins Heckental, um dort Ski oder Schlitten zu fahren. Nach dem Bau der Umgehungsstraße 1959 führte der Anschluss nach Nebringen mit dem ganzen Verkehr durch diese alte schmale Brücke von 1879 über den Altinger Weg in den Ort hinein. Ein weiterer Anschluss beim heutigen Wertstoffhof wurde später stillgelegt. Durch den zunehmenden Verkehr bildete die Brücke immer mehr ein Nadelöhr, besonders für Busse und Lastwagen. Schließlich musste eine Ampel für einen abwechselnden Einbahnverkehr sorgen, was dann immer wieder zu Staus führte (Bild 3). Auch dieser Zustand war auf Dauer nicht befriedigend. Deshalb wurde die Brücke abgerissen, für 3,5 Millionen Euro eine neue errichtet und 2010 übergeben.

Bild 1: Lageplan zum Baugesuch 1951
Bild 1: Lageplan zum Baugesuch 1951, Bestand: Gemeinde Gäufelden
Bild 2: Karte von Nebringen mit Wegen früher
Bild 2: Wege früher
Bild 3: Alte Brücke über der Altinger Straße in Nebringen 2005 mit Ampelanlage
Bild 3: Alte Brücke 2005 mit Ampelanlage. Lage des Kunstwerks im roten Kreis, Bestand: Ulrich Fallscheer