Das Bürgerreferat informiert: Gäufelden feiert 50. Geburtstag!
Die Ursprünge: Vom Spältlesgückeler, Kälblesschlecker und Wiesespreazer Die Gemeinde Nebringen, im 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit hirsauischem Besitz zum ersten Mal erwähnt, kam 1382 von den Pfalzgrafen von Tübingen an Wüttemberg. Kirchlich gehörte Nebringen ursprünglich zur Pfarrei Gültstein, wurde Ende des Mittelalters selbständig und kam mit der Reformation als Filiale zu Tailfingen. hier einfügen: Zeichnung Spältlesgückeler, Text ums Bild laufend Der schwäbische Ortsneckname für
Die Ursprünge: Vom Spältlesgückeler, Kälblesschlecker und Wiesespreazer
Die Gemeinde Nebringen, im 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit hirsauischem Besitz zum ersten Mal erwähnt, kam 1382 von den Pfalzgrafen von Tübingen an Wüttemberg. Kirchlich gehörte Nebringen ursprünglich zur Pfarrei Gültstein, wurde Ende des Mittelalters selbständig und kam mit der Reformation als Filiale zu Tailfingen.
hier einfügen: Zeichnung Spältlesgückeler, Text ums Bild laufend
Der schwäbische Ortsneckname für Nebringen ist "Spältlesgückeler". Zurückzuführen ist der Name wohl auf einen "wunderfitzigen", "nasenweisen" Bauern, der aus Neugierde, was so alles im Ort geschieht, das Geschehen durch die Spalten seiner Fensterläden der Bühnenfenster beobachtete und diese Erkenntnisse im ganzen Ort kund tat.
Die Gemeinde Öschelbronn (um 1150 Eskelbrunnen) ist im Jahre 1824 durch die Vereinbarung über den Zusammenschluss von Ober- und Unteröschelbronn entstanden. Oberöschelbronn ist bis 1612 nach und nach von Württemberg aus dem Besitz der Herren von Genkingen, Gültlingen und anderen erworben worden. Die eine Häfte von Unteröschelbronn hat das Kloster Bebenhausen 1408 bis 1413 von Friedrich von Enzberg und dem Reutlinger Bürger Peter Remp gekauft. Nach der Reformation wurde dieser Teil württembergisch. Die andere Hälfte wechselte öfters den Besitzer bis Württemberg auch sie 1774 an sich brachte. Oberöschelbronn und die 1774 erworbene Hälfte von Unteröschelbronn gehörten zum alten Oberamt Herrenberg. Die Bebenhauser Hälfte kam 1807 nach Auflösung des Klosteroberamtes hinzu.
hier einfügen: Zeichnung Kälblesschlecker, Text ums Bild laufend
Die Öschelbronner werden auch als "Kälblesschlecker" bezeichnet. Diesen Ortsnecknamen erhielten sie, weil erzählt wurde, dass ihre Vorfahre ein Kälble, das nach der Geburt von der Mutterkuh nicht angenommen wurde, selber abschleckt hätte.
Die erste urkundliche Erwähnung Tailfingens ist auf den 18. Februar 1085 datiert. Ortsadel ist vom 12. bis 14. Jahrhundert nachzuweisen. Im 12. Jahrhundert erhielten die Klöster Hirsau und Reichenbach, spätestens im 13. Jahrhundert die Klöster Alpirsbach und Bebenhausen Besitz in Tailfingen. 1266 erwarb Bebenhausen die hiesigen Alpirsbacher Güter. 1418 bis 1457 kaufte Württemberg die Ortsanteile der Klöster Bebenhausen und Hirsau, des Benz-Kechler von Schwandorf der Sichenpflege zu Reutlingen und des Balthasar von Bühel. Der Kirchensatz kam von den Herren von Hailfingen um 1350 an das Stift Sindelfingen und mit dessen Verlegung an das Stift Tübingen. Zur Evang. Pfarrei (Dekanat Herrenberg) gehörte Nebringen als Filial. Das von dem Herrenberger Bürgermeister Heinrich Schickhardt 1614 erbaute alte Pfarrhaus bei der Kirche ist in Privatbesitz.
hier einfügen: Zeichnung Wiesespreazer, Text ums Bild laufend
Der Ortsneckname für die Tailfinger ist "Wiesespreazer". Lange Zeit baute Tailfingen auf seine eigene Wasserversorgung. Im Jahr 1935 herrschte dort großer Wassermangel. Ein paar muntere Zecher aus den Nachbarorten erzählten sich, die Tailfinger hätten Mann, Frau, Kind und Vieh losgeschickt, um der Wassernot abzuhelfen.
Aus 3 mach 1 - wie Gäufelden entstand
Eine Reform der Gemeinden war in den 60er Jahren ein Ziel in allen Bundesländern, so auch in Baden-Württemberg. Die Gemeinden im damaligen Gebietszuschnitt waren meist im 19. Jahrhundert entstanden, manche hatten eine jahrhundertelange Geschichte. So werden Nebringen und Tailfingen erstmals im Jahr 1120 genannt, Öschelbronn im Jahr 1130.
Mit der Veränderung der Lebensverhältnisse war es immer wieder notwendig, die Verwaltungsstruktur auf die jeweiligen Erfordernisse der Zeit auszurichten. So passten die Verhältnisse und Lebensgewohnheiten der 60 Jahre des 20. Jahrhunderts nicht mehr zu der vorherrschenden Verwaltungsstruktur. Deshalb wurde eine Gemeindereform angestrebt. Mit ihr sollten für alle Bürger des Landes gleichwertige Lebensverhältnisse geschaffen, die Selbstverwaltung gestärkt und eine ausreichende Mindestausstattung einer Gemeinde mit Personal garantiert werden. Zudem galt es, die bestehende Bürgernähe nicht zu vernachlässigen, sondern den Service der Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.
Die Gemeinderäte von Nebringen, Öschelbronn und Tailfingen hatten sich 1970/1971 sehr genau mit den Zielen der Verwaltungsreform in ihrem Bereich befasst. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass eine Einheitsgemeinde mit einer Bürgervertretung, einer Verwaltung, einer Planungshoheit und einer Investitionspolitik ein Höchstmaß an Wirksamkeit und Sparsamkeit garantierten. Daher hatten sie sich zum Ziel gesetzt eine Einheitsgemeinde anzustreben. Mit einer „unechten Teilortswahl“ und örtlichen Verwaltungsstellen, so der Plan, sollte für eine gute Vertretung der Bürgerschaft im Gemeinderat und eine bürgernahe Verwaltung gesorgt werden.
hier einfügen: Anerkennung des REgierungspräsidiums; bitte etwas größer abdrucken, damit man es lesen kann; Text um Bild umlaufend;
Nachdem das Land bei einem freiwilligen Zusammenschluss hohe finanzielle Zuwendungen zusagte, war es für die Gemeinderäte dann schließlich im Frühjahr 1971 klar, dass sie ihren Bürger die Neubildung einer Gemeinde aus Nebringen Öschelbronn und Tailfingen vorschlagen wollten. Von einer Eingemeindung nach Herrenberg, die auch möglich gewesen wäre, hatte man zuvor Abstand genommen. Schließlich waren die Aussichten in einer größeren Stadt mit weit mehr Teilorten mehr öffentlich Einrichtungen für die einzelnen Ortschaften zu bekommen, gering.
Dann ging es Schlag auf Schlag. Am 11. Mai 1971 stimmte der Gemeinderat Öschelbronns einer Einheitsgemeinde zu, zwei Tage später folgten Nebringen und Tailfingen. Als die Bürgerschaft in Form einer Anhörung am 27.06.1971 um ein Votum gebeten wurde, war auch dort die Meinung eindeutig: 86 % der Öschelbronner, 89 % der Nebringer und 93 % der Tailfinger stimmten für eine Einheitsgemeinde. Gäufelden war damals die erste Gemeinde im Landkreis Böblingen, die die Gemeindereform umgesetzt hatte.
Die Suche nach einem Ortsnamen: Feldbronn, Gäubronn oder Gäufelden?
Die neue Einheitsgemeinde brauchte natürlich auch einen klangvollen Namen. Nach einem Aufruf an die Bürgerschaft gingen 63 Vorschläge zur Namensgebung ein. Nach Vorgesprächen mit den zuständigen Behörden kamen drei in die engere Auswahl, nämlich Feldbronn, Gäubronn sowie Gäufelden. Die Bürgerinnnen und Bürger entschieden sich schließlich für den Namen Gäufelden.
hier einfügen: Ortsschild Gäufelden; mittig, Text umlaufend
Mit der Genehmigung des Regierungspräsidiums Nord-Württemberg trat schließlich die Gemeinde Gäufelden – vor fünfzig Jahren, nämlich am 01. Juli 1971 - ins Leben. Nebringen brachte 519 ha Gemeindegebiet mit 1479 Einwohnern, Öschelbronn 841 ha mit 1800 Einwohnern, Tailfingen 655 ha mit 857 Einwohnern in die neue Gemeinde ein, die somit damals 2015 ha groß war und 4136 Einwohner hatte.
Die zentrale Lage im Herzen des Oberen Gäus erwies sich schnell als Standortvorteil. In wenigen Minuten ist die Autobahn in Richtung Stuttgart - Heilbronn - Karlsruhe - München zu erreichen, schnell ist man am schönen Bodensee. Die Anziehungskraft Gäufeldens ist sicherlich auch einer glücklichen Kombination zuzuschreiben: die Natur liegt unmittelbar vor der Haustür, Landeshauptstadt und andere bedeutende Wirtschaftszentren aber auch die herrlichen Erholungszentren liegen sozusagen gleich um die Ecke.
Aus drei mach eins: Das Wappen von Gäufelden
Natürlich brauchte die neue Gemeinde auch ein neues Wappen. Hierzu wurden Teile der ursprünglichen drei Wappen zusammengefügt.
Hier Bild der Wappen einfügen
Wappenbeschreibung:
In gespaltenem Schild vorne in Silber (Weiß) ein schwarzer Abtstab, hinten in Rot ein silberner (weißer) Kelch.
Flaggenfarben: Weiß - Rot (silber - rot)
Das neue Gemeindewappen von Gäufelden wurde durch das Innenministerium Baden-Württemberg gemäß § 6 Abs. 1 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg am 24.8 1973 verliehen.
Wappendeutung:
Der schwarze Abtstab in Silber war schon im Wappen der früheren Gemeinde Öschelbronn enthalten, weil dieser Ort seit 1413 teilweise dem Kloster Bebenhausen gehört hat. Dieselbe Figur ist schon für 1683 als Fleckenzeichen von Nebringen belegt, das schon bei seiner ersten Nennungen 12. Jahrhundert im Besitz des Klosters Hirsau gewesen ist. Den Kelch zeigten bis 1956 die Farbdruckstempel der ehemaligen Gemeinde Tailfingen. Er gelangte damals auch in deren Wappen. Somit sind Symbole aller drei am 1. Juli 1971 zur neuen Gemeinde Gäufelden zusammengeschlossenen Orte im neuen Gemeindewappen vereinigt. Das Wappen ist inhaltlich begründet und heraldisch einwandfrei. Die Wappen von Öschelbronn, Nebringen und Tailfingen sind mit dem Zusammenschluss erloschen.
hier Bild einfügen: Jubiläumsschrift 50 Jahre Gäufelden
Ausführliche Infos zur Gemeinde und dem Vereinsleben, viele Bilder und Zeitzeugen sowie eine Chronologie 1921-2021 zu Gäufeldens Entwicklung in den letzten 50 Jahren finden Sie in der Jubiläumsschrift, die im Februar an alle Haushalte verteilt wurde. Wer noch keines hat: Einzelne Exemplare erhalten Sie kostenfrei in den jeweiligen Bürgerbüros.
Bitte in Kasten setzen und beide Bilder Gäufeldens Kinder gratulieren einfügen
Auch unsere jüngsten Bürgerinnen und Bürger gratulieren zum Gemeindejubiläum – per Geburtstagsvideo. Freigeschaltet wird es am 01.07. auf unserer Homepage!

















