Gäufelden ist mit einem gut besuchten Neujahrsempfang in der Aspenhalle in das Jahr 2026 gestartet. Bürgermeister Benjamin Schmid begrüßte am 11. Januar rund 300 Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus Politik, Kirchen, Vereinen sowie Mitarbeitende der Gemeinde. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Musikverein Öschelbronn, der traditionell den Auftakt ins neue Jahr mitgestaltete.
In seiner Rede blickte Bürgermeister Schmid auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück und stellte zugleich die Schwerpunkte für 2026 vor. Dabei hob er besonders den starken Zusammenhalt in der Gemeinde hervor. Gäufelden profitiere von einem lebendigen Vereinsleben, engagierten Ehrenamtlichen und vielen gelungenen Veranstaltungen – von der Fasnet über den Gäufelderlauf bis hin zu Maibaumstellen, Hocketsen und dem Weihnachtsmarkt. Auch Projekte wie das ehrenamtlich getragene Begegnungsangebot „s’ Räumle“ zeigten, wie groß das Engagement vor Ort sei.
Zu den kommunalen Höhepunkten des vergangenen Jahres zählten mehrere Großprojekte. Die Gemeinschaftsschule Gäufelden feierte ihr zehnjähriges Bestehen und konnte einen Erweiterungsbau termingerecht in Betrieb nehmen. Ein weiterer Meilenstein war die Einweihung des barrierefreien Bahnhofs Gäufelden an der Gäubahn. Ebenso wurde die sanierte Ortsdurchfahrt Öschelbronn nach dreijähriger Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben – ein Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 6,5 Millionen Euro, das durch Fördermittel von Landkreis und Land unterstützt wurde.
Deutliche Worte fand der Bürgermeister zur angespannten Finanzlage der Kommunen. Auch Gäufelden sei von einem strukturellen Defizit betroffen, das nicht auf Investitionen, sondern auf dauerhaft steigende Ausgaben bei stagnierenden Einnahmen zurückzuführen sei. Zwar habe das Land Baden-Württemberg mit höheren Zuweisungen und Förderprogrammen reagiert, doch reichten Einmalmaßnahmen nicht aus. Schmid forderte nachhaltige strukturelle Lösungen auf Landes- und Bundesebene, um die Handlungsfähigkeit der Kommunen langfristig zu sichern.
Besonders großen Anklang bei den Anwesenden fand das Zukunftsprojekt zur Verkehrsinfrastruktur für den geplanten Ausbau der Kreisstraße K1031 zwischen Nebringen und Sindlingen. Nach der Fertigstellung der Ortsdurchfahrt Öschelbronn sei diese Maßnahme nicht länger aufschiebbar. Die Straße habe durch den jahrelangen Umleitungsverkehr, insbesondere der Buslinien, stark gelitten. Vorgesehen ist daher nicht nur eine grundlegende Sanierung, sondern auch eine abschnittsweise Verbreiterung, um einen sicheren Begegnungsverkehr auf Kreisstraßenniveau zu ermöglichen. Zusätzlich soll ein begleitender Radweg entstehen. Schmid zeigte sich erfreut darüber, dass der Kreistag das Projekt im Dezember einstimmig auf den Weg gebracht hat, und äußerte die Hoffnung, dass die vorbereitenden Maßnahmen zügig abgeschlossen werden können, sodass 2026 mit der Umsetzung begonnen werden kann.
Für das Jahr 2026 kündigte der Bürgermeister weitere wichtige Vorhaben an. Im Neubaugebiet Bettäcker in Nebringen soll ein neues Freizeitgelände entstehen, dessen Planung auf einer Kinder- und Jugendbeteiligung basiert. Zudem wird der zweite Bauabschnitt des Wohngebiets vorbereitet, in dem weitere Bauplätze vorgesehen sind. Auch in den Ortsteilen Öschelbronn und Tailfingen sollen Wohnbauflächen weiterentwickelt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt 2026 bei gezielten Investitionen in die Sicherheit der Bevölkerung und in die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr. Unter anderem durch die Sanierung des Feuerwehrhauses, der Schaffung neuer Stellplätze sowie der Beschaffung moderner Einsatzfahrzeuge und Technik. 2025 hatte die Feuerwehr mit 115 Einsätzen die höchste Einsatzbelastung in der Geschichte von Gäufelden. Diese Einsatzfähigkeit gilt es langfristig zu sichern.
Ab Herbst 2026 wird zudem der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an allen drei Grundschulstandorten umgesetzt – mit einem flexiblen Modell, das an die örtlichen Bedürfnisse angepasst ist.
Der Gemeinderat will sich 2026 verstärkt mit dem Thema Wirtschaftsförderung und der Weiterentwicklung des Gewerbestandorts Gäufelden befassen.
Zum Abschluss rief Bürgermeister Schmid zur Teilnahme an der Landtagswahl am 8. März 2026 auf und dankte allen, die zum Gelingen des Neujahrsempfangs beigetragen hatten.
Sein Fazit: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen will Gäufelden auch 2026 mutig, solidarisch und mit Zuversicht seinen Weg gehen.











